11.11. / 14.11 Auf der Ruta 40 nach El Calafate zum Gletscher Perito Moreno


8. + 9. 11 Zurück in Argentinien --  zum Ausgangspunkt der Ruta 40 am Cabo Virgens

Von Rio Gallegos am gleichnamigen Fluss aus machten wir uns auf den Weg zum Ausgangspunkt der berühmten Ruta 40 (die von dort dann 5080km in den Norden reicht ) am Cabo Virgenes, das am Ausgang der Magellanstraße zum Atlantik liegt. Auf dem Weg zum Kap besuchten wir das Wrack der bereits im Jahre 1911 gestrandeten Bark Marjorie Glenn, deren Kohleladung Feuer gefangen hatte und so das Schiff ausbrennen ließ. 1982 während des Falklandkrieges mit Großbritannien wurde das am Strand liegende Wrack dann noch einmal als Ziel für Übungen der argentinischen Luftwaffe benutzt und durchsiebt. Die Piste hatte es so in sich, dass es plötzlich laut und deutlich "Knack" machte und der Halter für unseren Ersatzreifen gebrochen war...... was uns jedoch nicht von unserem Ziel abbrachte, dem Leuchtturm am Cabo Virgenes und dem Besuch der riesigen (bis zu 400.000 Exemplare) Kolonie an Magellanpinguinen. Unterwegs liefen uns dann auch endlich unsere ersten Gürteltiere über den Weg.  


6.11. Rückweg in den Norden, kurz durch Chile und über die Magellanstraße

Der Süden Argentiniens wird durch einen kurzen Streifen Chiles entlang der Magellanstraße unterbrochen, und so müssen wir, obwohl wir für die ca. 220km incl. Fähre über die Wasserstraße uns erst einmal wieder von allen frischen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Eier, Honig, Milchprodukte) befreien, sofern wir sie nicht dem chilenischen Zoll stiften wollen. Nachdem wir die Wetterscheide in Form der Bergkette, die Feuerland in der Mitte trennt, überquert haben, frischt der Wind massiv auf, und wir fangen bei Seitenwind richtig an zu "segeln", so viel Schlagseite bekommen wir. Als ich die Tür öffnen will, bekomme ich sie erst einmal mit voller Wucht an den Kopf geknallt. Die Seitentür bekommen wir bei einer Pause gar nicht auf, da der Wind sie so fest zudrückt. Als wir abends nach der Überquerung der Magellanstrasse auf der anderen Seite ankommen, können wir glücklicherweise direkt am Punta Delgada hinter dem Leuchturmgebäude Schutz suchen, nachdem wir beim örtlichen Kommandanten um Erlaubnis gefragt haben. 


3. + 4. 11. 2018 Zur Estancia Harberton  und auf der RP-J -  weiter gen Süden geht's definitiv nicht mehr mit dem Auto

 

Ushuaia selbst hat nicht allzu viel an touristischen Highlights zu bieten, denn es ist eigentlich eine recht junge Stadt. Vor 30 Jahren zählte es noch weit unter 10.000 Einwohner, seitdem ist sie allerdings explosionsartig gewachsen und soll inzwischen über 70.000 Einwohner zählen. Eines der heutigen Sehenswürdigkeiten der Stadt war bestimmt, solange es in Betrieb war, für seine "Bewohner" kein Highlight ihres Lebens -- 1896 errichtete der argentinische Staat mit den ersten 14 "Schwerverbrechern" aus dem ganzen Land ein besonders abgelegenes und somit "sicheres" Gefängnis. Im Laufe der Jahre wurde es mehrmals verändert und vergrößert, bevor es 1947 dem Militär übergeben wurde. Heute zieht es nur noch die Touristen aus aller Welt an. Allerdings gibt es auch in diesem „Antarktis u. Meeresmuseum“ wieder eine unglaubliche Diskrepanz zwischen den Eintrittspreisen für Einheimische und Auswärtige: 350,- Pesos zu 600 !! Pesos (15,-€). Die meisten Besucher machen dann neben einem Besuch am Ende der R3 noch eine Schiffstour auf dem Beagle – Kanal bis zu einem kleinem unscheinbaren Leuchtturm auf einer der vielen Inseln, die zwischen dem chilenischen und argentinischen Teil Feuerlands liegen. Ein weiterer beliebter Ausflug führt viele Besucher über eine staubige Piste entlang des Beagle-Kanals gen Süden zu der  nach deutschen Maßstäben riesigen Estancia Harberton der Familie Bridges, die ab 1886 hier als erstes ihr Glück mit Viehzucht und Missionarstum versuchten. Die Nachfahren lassen sich den Besuch ihrer Farm und ihres Cafés heute gut bezahlen – nur die Campingmöglichkeiten auf dem weitläufigen Gelände, wo dann auch das ganz überwiegende Gros der Besucher nicht mehr hinkommt, da sie noch etliche Kilometer weiter südlicher ab dem Haupteingang an der immer schmaler werdenden Piste liegen. Am nächsten Morgen fahren wir die Piste dann immer weiter, und der Wald weicht langsam einer offenen und sturmgepeitschten Pampa, die dann an einem einsamen Militärposten endet. Weiter gen Süden können wir nun endgültig nicht mehr kommen mit unserem Mobil. Der Beagle-Kanal öffnet sich hier bereits zum offenen Meer und gibt den Blick auf das „Südpolarmeer“ und das Kap-Horn am Horizont frei. Wehmütig und stolz es geschafft zu haben, deponieren wir nur noch einen kleinen Stein, den uns ein Freund in Neumarkt/D. mitgegeben hatte, am Strand, bevor wir uns endgültig auf den langen Rückweg nach Hause begeben.

 


1./2. 11. 2018 End of Ruta 3

Die Ruta 3 ist eine der ganz großen, b.z.w. langen Straßen der Welt und trotz ihrer 3045km nicht die längste dieses riesigen Landes. Die Straße beginnt weit oben im Norden bei Buenos Aires und schlängelt sich mehr oder weniger an der Küste entlang bis nach Feuerland durch Ushuaia hindurch und noch ca. 25km am angeblich südlichsten Postamt der Welt vorbei (war noch geschlossen) in einen kleinen Nat.Park. an der chilenischen Grenze. Da wir in letzter Zeit ja ein faible für "end of the road" entwickelt haben, fahrer wir natürlich auch hierhin und machen zwei schöne Wanderungen. Die R3 wird uns bestimmt noch viiiiiele Tage gen Norden begleiten.


29.10.- 1.11. 2018 Ushuaia - Argentina - "End of the World"

GESCHAFFT !!!  Wir sind nach 14 Monaten und 55.650 km in unserem 15. Land am "Fin del Mundo" -- dem Ende der Welt und damit am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen.  Jetzt geht es in einigen Tagen wieder gen Norden auf der anderen, der argentinischen, Seite der Anden auf der Ruta 40 in den Norden in Richtung Bolivien, Paraguay, Brasilien und Uruguay.... 

In vieleicht 3-4 Monaten wollen wir dann unser treues Mobil nach weiteren "10.000km" von Montevideo wieder nach Hamburg verschiffen.


27..10. Bienvenidos a Argentina

Das chilenische Grenzgebäude taucht recht plötzlich und unspektakulär aus der Pampa aus, ganz ohne die obligatorischen riesigen Schilder und Flaggen (vermutlich weil der strenge Wind seine wahre Freude daran hätte, sie in kürzester Zeit in ganz unpatriotische Fetzen zu reißen), die Ausreise nach 9 Wochen und 7500km geht dann ungewöhnlich schnell und unbürokratisch vonstatten. Die Einreise nach Argentinien erfolgt dann erst 15km weiter (Platz hat man hier in der einsamen Pampa ja mehr als genug...) und entgegen unseren Befürchtungen interessiert man sich nicht im geringsten für unsere Lebensmittel (alle frischen Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Eier- u. Milchprodukte haben wir vorsorglich vorher aufgegessen). Anscheinend geht für die berühmten „Zitrus-Plantagen Feuerlands“ keine allzugroße Gefahr von uns im Winter aus.......