Dort, wo nichts ist, füllt Phantasie den Raum. Vielleicht liegt es daran, daß Patagonien deshalb bis heute ein magischer Ort geblieben ist: die große Unbekannte am Ende der Welt.


31.12.2018 - 3.1.2019 Von den Anden in Salta in die Tiefebene des Chaco

Wir folgen der Ruta 40 bis zum KM-Schild 4512 (von 5080km,) bis wir sie endgültig verlassen, denn ab dort wird sie eine besonders schlechte Piste, die dann auch noch den höchsten Punkt mit fast 5000m erreicht. Wir biegen auf die Ruta 33 ab, die kurz darauf auch berträchtliche Höhen erreicht, die knochentrockene und heiße Hochebene (2900m) des „Nat.Parks Los Cardones“, auf der sich ein weitläufiger „Wald“ aus riesigen Säulenkakteen erstreckt.

Um die Anden dann endgültig hinter uns zu lassen, müssen wir allerdings erst noch einmal über den 3457m hohen „Piedra del Molino-Pass“, bevor es dann in endlosen Serpentinen auf der anderen Seite fast 3000m runter bis Salta ging. In Salta hofften wir am nächsten Morgen endlich unseren zerstörten Reifen gegen einen neuen austauschen zu können, aber nach dem 10. Reifenhändler mussten wir uns geschlagen geben, sie hatten unsere Reifengröße einfach nicht. Da Silvester anstand, verließen wir die Stadt noch in der Nachmittagshitze, da wir keine Lust auf eine südamerikanische Großstadt in lautstarker Feierlaune verspürten. Am Ortausgang ließen wir in einer kleinen Reifen-Flick-Werkstatt zumindest noch den zerfetzen Reifen von der Felge entfernen.

Nach Salta ging es immer weiter in die Tiefebene auf unter 100m ,und wir hatten den argentischen „Chaco“ erreicht, eine Buschlandschaft mit ausgedehnten Sumpgebieten dazwischen.

Da die Temperaturen jetzt allerdings weit über denen in den Bergen lagen und durch die radikal angestiegenNe Luftfeuchtigkeit nur noch schwer ertragbar wurden, beschleunigten wir unser Reisetempo und fuhren die 1000km entlang der Grenze zu Paraguay in nur 3 Tagen.

Unterwegs erleben wir, wie Millionen an weißen Schmetterlingen auf ihrem Hochzeitsflug über die Straße fliegen, so dass wir mehrfach den Kühlergrill freischrubben müssen – es ist fast wie eine Heuschreckenplage in Afrika (von denen auch etliche an unserer Autofront hängen bleiben).

Auch tauchen jetzt immer mehr neue tropische Pflanzen wie der äußerst dornenbewerte südamerikanische Flaschenbaum und neue bunte Vögel auf.


26.12.2018 Blühende Säulenkakteen und Badefreuden in der Argentinischen Berg-Wüste

Inzwischen wird die Landschft immer trockener und statt dornenbewerter Bäume tauchen erste Säulenkakteen auf, die sogar gerade blühen, da es vor kurzem geregnet hat. In einer kleinen Schlucht finden wir zwischen den Kakteen sogar zwei kleine versteckte Felspools mit herrlich frischem kalten Wasser zum Baden.


Tribute an die Strasse

 Strassen in Argentinien werden sehr schnell, sobald sie keine Nationalstraßen mehr sind, nur noch Pisten und je nachdem wie gut diese dann gepflegt werden dann zu „Gravel-Devil-Roads“, wie wir sie dann nennen. Einen Tag nach Weihnachten erwischt es dann mal wieder einen unserer Reifen.

An einem anderem ist es unser Kompressor für die Klimaanlage oder die Lichtmaschine. 


24.12.2018 Aconcagua, der höchste Berg der Anden und die "Incabrücke."

Von Mendoza geht eine der wichtigsten Verbindungsstrassen von Ost nach West über die Anden, Die R7 verbindet Buenos Aires / Mendoza mit Santiago de Chile auf der anderen Seite und überquert dabei bei 3800m die Berge. Uns interessierten allerdings zwei andere Sehenswürdigkeiten entlang der Straße. Die „Incabrücke oder Puente del Inca“ ist entgegen ihres Namens nicht von den Incas erbaut worden, sondern ein natürlicher rot-orange scheinender Felsbogen, der von einer schwefelhaltigen Quelle überspült wurde / wird (bis man der Meinung war, diese gewerblich zu nutzen, was zum Glück durch einen Erdrutsch wieder beendet wurde).

Unser nächster „Point of Interest“ ist dann der höchste Berg der Anden. Der Aconcagua ist gleichzeitzig der mit 6962m höchste Berg außerhalb des Himalayas. Vom Parkplatz auf fast 3000m steigen wir noch ein gutes Stück auf, bekommen aber leider keinen ganzen Berg zu sehen, außerdem meldet sich das Asthma trotz Spray.

Ein interessantes Farbspiel bietet da am Abend noch der "Cerro Colorado" -- der "Bunte Berg"


Ruta 40 gen Norden


Volksheilige Gaucho Gil und die Difunta Correo

Wie überall in Mittel -u. Südamerika findet man auch in Argentinien fast auf jeder Landstrasse kleine und große Schreine (meist für Verkehrstote), in Argentinien kommen dann noch zwei Volksheilige dazu :der Kult um den „Gaucho Gil“ mit seinen abertausenden roten Schreinen und wehenden roten Tüchern und der Kult um die „Difunta Correo“ mit den zum teil riesigen Mengen an Wasserflaschen rings um die Schreine. Beides „Heilige“, die besonders von Reisenden verehrt werden.


Araucarienwälder

Zu unserer großen Freude tauchen unvermittelt noch einmal die urzeitlichen anmutenden Araucarien-Bäume auf, die wir das letzte mal vor exakt 3 Monaten auf der anderen Seite der Berge im Schneesturm in Chile gesehen haben. Jetzt können wir sie zum Glück noch mal schneefrei bestaunen, obwohl es nachts mit 1°C unerwartet kühl wird.


9.12. - 12.12. Wiedersehen in El Bolson

Von Esquel ging es erst einmal wieder ein kurzes Stück gen Süden, nach Trevelin einer weiteren kleinen Siedlung, die einst von walisischen Einwanderern gegründet wurde und von deren einige ihrer inzwischen spanischsprechenden Nachkommen die Tradition des "Tea-Rooms" aufrecht erhalten, in denen auch köstliche „Scones“ nach altem Originalrezept gebacken werden.

 

Der direkte Weg nach „El Bolson“ führte praktischerweise durch den Nat. Park „ Los Alerces“, der an den „Park Pumalin“ auf der chilenischen Seite der nahen Grenze anschließt. In beiden Parks ist der Schutz der letzten Bestände der „Patagonische Zypresse“ oberste Priojität. Die Bäume zählen zu den größten und auch ältesten Bäumen Südamerikas, allerdings kann der Park auf der argentinischen Seite mit dem auf chilenischer nicht mithalten, dafür bekommen wir eine unglaubliche Blumenpracht geboten.

In El Bolson treffen wir dann nach 6 Monaten Melissa & Edward wieder, die wir Anfang Mai in Panama kennengelernt haben und das letzte Mal dann Ende Juni in Ecuador in den Bergen wiedertrafen.

Die Temperaturen sind jetzt wieder rapide gefallen, denn nachts gehen sie auf 4°-6° runter und tagsüber geht es nicht mehr über 14°-16° rauf.


7.12.2018 Esquel -- zurück am Fuß der Anden

Nach knapp 1000 km von der Küste und einem Abstecher über 350km auf einer Piste sind wir wieder am Fuße der Anden angekommen. Der ständig starke Wind an der Küste hat fast aufgehört und und die doch sehr moderaten Temperaturen sind dafür kräftig gestiegen. Vieleicht wird es morgen wieder etwas besser, wenn wir etwas größere Höhen erreichen.

Auf der Piste kamen wir an einer tollen Schlucht und an einer großen Kolonie von patagonischen Papageien vorbei, die erstaunlich großen Krach machen konnten. Dass bald Weihnachten ist, lässt sich zwar in den Geschäften erkennen, aber ansonsten ist es erstaunlich wenig vorweihnachtlich -- anders als letztes Jahr in den USA.


30.11.- 3.12 Halbinsel Valdes

Seeelefanten, versteinerte Muscheln, bunte Eidechse, Faro Punta Delgada, Pampahasen und Magellanpinguine

Orcas bei der Jagd nach Seelöwen und Seeelefanten

Seelöwen + Südkaperwhale mit "Jungen"


Seeelefanten auf dem Weg nach Valdes

Nach inzwischen 58.000km haben wir dem Bus mal wieder ein bisschen was Gutes getan und die diversen Filter und Öl gewechselt. Da es jetzt ja bald wieder wärmer werden wird, wollten wir auch die Klimaanlage wieder zum Leben erwecken, da sie nicht mehr zum Kühlen bereit ist, aber nach 4 Werkstätten und 4 verschiedenen Meinungen sind wir auch nicht wirklich schlauer.

Aber auf einem Abstecher entlang der Küste auf einer kleinen alten Piste, die früher die Hauptstrasse von Süd nach Nord darstellte, bevor die R3 gebaut wurde,  kommen wir an einer kleinen Kolonie von Seeelefanten vorbei, die sich genüsslich am Strand in der Sonne baden. Allerdings nur Weibchen mit ihren Jungen.


23.-25.11. Cabo Blanco

 Auf dem Rückweg vom Puerto Deseado zur 130 km entfernten in den Norden nach Buenos Aires führenden „Hauptstraße“ R3 machen wir noch einen kleinen Abstecher über 69km Piste zum „Cabo Blanco“ mit dem gleichnamigen auf einer Felsnadel thronenden alten Leuchtturm. Es ist so wunderbar still und einsam, dass wir gleich noch einen „Ruhetag“ unterhalb des windgepeitschten alten Ziegelturms einlegen und noch weitere Seelöwen und eine Kolonie von „rotbeinigen – u. Königs-Kormoranen“ beobachten.


21.-23-11. Puerto Deseado

 Zum Glück ging unsere inzwischen fünfte Bootsexkursion diesmal nicht wieder so früh los wie das letzte Mal, außerdem hatten wir direkt auf dem Parkplatz von „Darwin Expeditions“ (Darwin hat am 23. Dez. 1833 hier im Rio Deseado mit der Beagle halt gemacht) übernachten können. Zunächst ging es ca. 45 Min. mit dem Zodiak bis zu einer kleinen Nebeninsel der „Isla Pingüino“ der „Islote de Lobos“ der Robbeninsel. Während wir um die Insel fuhren, sah, hörte und roch man die große Seelöwen-Kolonie vom Boot aus immer dichter, und das große Schlauchboot wurde dabei immer wieder zusätzlich von Peale-Delfinen umkreist.

Das Anlanden auf der „Isla-Pingüino“ war dann eher etwas sportlicher, denn der Bootsführer fuhr nicht einen Steg an, sondern mit dem Bug direkt an eine niedrige Klippe, wo es dann mit einem beherztem kleinen Sprung an Land ging. Als alle von Bord waren, fuhr er dann wieder ein Stück hinaus zu einer Ankerboje und paddelte mit einem kleinem Kajak an den Strand, an dem dicht an dicht die älteren (sozusagen pensionierten) und jüngeren Seelöwen-Männchen in der Sonne lagen.

Oben auf der Kuppe der Insel trohnt der von Wind und Wetter ziemlich mitgenommene alte Leuchtturm, der jedoch immer noch in Betrieb sein soll, auch wenn man es auf den ersten Blick bei dem baulichen Zustand nicht recht glauben mag.

Auf der Insel gab es früher eine Zeitlang, neben dem Leuchtturm noch eine Ölkocherei, in der Seelöwen - u. Walfett zu Öl gekocht wurden. In den Ruinen dieser Anlagen nisten heute wieder tausende Magellanpinguine, die hier stetig von einer großen Anzahl „chilenischer Skuas“, (einer großen, aggresiven braunen Raubmöwe) umkreist werden. Fortwährend auf eine noch so kleine Unachtsamkeit der Pinguineltern lauernd, um denen ihren Nachwuchs zu rauben. Weshalb diejenigen Paare, die es auf dem felsigen Eiland geschafft haben, eine irgendwie geartete Höhle zu finden oder zu graben, am besten auf ihren Nachwuchs aufpassen können. So nett die Magellanpinguine auch sind, unser Ziel sind jedoch die auf der anderen Seite der Insel beheimateten „Felsenpinguine“ oder engl. „Rockhopper“, so genannt wegen ihrer hüpfenden Art, die Klippen, auf denen sie nisten, zu erklimmen.

Überall auf den beiden Inseln zwischen den jeweiligen Kolonien fällt ein besonderer weißer Vogel auf, der „snowy sheatbill“, der in der Form einer Mischung aus Taube und Möwe ähnelt und sich bevorzugt von den Extrementen seiner Insel-Mitbewohner ernährt – recycling der besonderen Art....

Die putzig anzuschauenden „Pingüino Penacho Amarillo“ wie die Felsenpinguine auf Spanisch heißen, kommen anscheinend nur in dieser einzigen Kolonie so nah am Festland vor und das auch noch gar nicht so lange, ansonsten findet man die nächste Kolonie erst auf den Falklandinseln oder in den arktischen Gewässern.

Auf dem Rückweg kommen wir dann wohl einigen Skuanestern zu nah, zumindest fühlen sie sich genötigt, uns im Tiefflug „anzugreifen“ und einer erwischt mich auch von hinten mit einem harten Flügelschlag am Kopf, als ich mich gerade auf das von vorne „angreifende“ Exemplar konzentiere.

Manchmal ist es halt nicht das beste, der größte in der Gruppe zu sein.......

Auf dem Rückweg nach Puerto Deseado begleiten uns dann zeitweise bis zu 8 der kleinen schwarz-weißen „Commerson-Delfine“.


16.-20.11. Durch den "Korridor des Windes" nach Puerto Deseado

Von El Calafate ging's erst einmal noch ein "paar" Kilomter weiter gen Norden zum berühmten Fitz-Roy-Bergmassiv, bevor es weiter über die Ruta 40 nach "Gobernador Gregores" ging, wo wir unsere Route nach Norden unterbrachen, um über einsame Pisten, Ruta-12 und die noch kleinere Ruta-49, zu den "Bosques Petrificados", dem "Versteinerten Wald" zu gelangen. Es wäre bestimmt auch einfacher gewesen, anstatt über 300km steinige, staubige, Wellblechpiste durch die Pampa zu "reiten", aber dann wäre uns eine wunderschöne, fast zaunlose patagonische Pampa mit hunderten Guanacos, Nandus, Gürteltieren und Füchsen entgangen. Unterwegs begegneten uns dann genau 3 Autos, die wahrscheinlich zu einer der wenigen noch betriebenen Estancias wollten. Übernachten konnten wir dann neben den Ruinen einer verlassen Estancia, von der außer einer Quelle, die noch immer eine Gruppe alter Bäume in der ansonsten komplett baumlosen, ziemlich trockenen Ebene versorgte, und ein paar alte Mauern nichts mehr übrig geblieben war. Ein solcher Platz ist hier sehr wichtig, denn es wehte eigentlich fast immer eine kräftige Brise, die am zweiten Tag, als wir uns dem "Versteinerten Wald" näherten immer stärker wurde, denn wir hatten uns dem  "Corredor Del Viento" genähert. Zeitweise konnte ich für Fotostopps nicht einmal die Tür öffnen, da sie so stark vom Wind zugedrückt wurde. Am Park war zu unserem Glück nicht allzuviel los, wohl weil es selbst auf der "kurzen + einfachen" Strecke noch über 50km Piste von der nächsten Asphaltstraße sind. Der Ranger hatte nach einer kurzen Erklärung des Lageplanes nur noch den gutgemeinten Rat, heute nicht den auf einer kleinen Hügelspitze gelegenen "Mirador" zu erklimmen. Die Millionen Jahre alten Fossilien waren dann zum Glück die durch die unglaubliche Wucht des Windes im wahrsten Sinne atemberaubende Wanderung mehr als wert. Zuerst wollten wir, Küstenwind-erprobt wie wir dachten, den Mirador doch erreichen, aber nicht bei einem Wind, der einem fast die Klamotten auszog.

Am Abend im 140km entfernten Jaramillo kamen wir dann nach inzwischen verhältnismäßig langer Zeit in einer Gegend, in der sauberes Trinkwasser im Überfluss vorhanden war, mal wieder in den "Genuß" von Duschen mit salzhaltigem Wasser und einer zentralen Trinkwasserabgabestelle für die ganze (kleine) Gemeinde. An der wir aber kanisterweise und kostenlos unsere Wasservorräte auffüllen konnten.

In Puerto Deseado wollen wir eine weitere Tour zu einer Pinguininsel machen, wo es dann Felsenpinguine zu sehen gibt. 


11.11. / 14.11 Auf der Ruta 40 nach El Calafate zum Gletscher Perito Moreno

Ohne die ehemalige Präsidentenfamilie Kirchner wäre El Calafate, 80km vor dem berühmten „Perito Moreno Gletscher“ im „Parque Nacional Los Glaciares“ gelegen, wahrscheinlich immer noch ein recht verschlafenes kleines Nest, aber die Familie Kirchner hat den Ort zu ihrer Wahlheimat erklärt und noch unter Nestor Kirchner wurde die Straße zur Stadt und in den Park geteert, ein Flughafen errichtet und praktischerweise gehören inzwischen mehrere der großen „Luxus-Hotels“ auch gleich der Familie.

Der Eintritt in den Park ist mal wieder ausgesprochen gerecht verteilt >> Leute aus der Gegend zahlen 60 Pesos, die übrigen Argentinier 310 Pesos und Ausländer 600 Pesos !!! Was aber anscheinend niemanden abhält, denn der Parkplatz ist rappelvoll.

Der „Perito Moreno“ bietet ein Gletschererlebniss für jedermann, denn er hat sich sichelförmig so von den Bergen ins Tal runtergeschoben, dass er in der Mitte direkt vor einer Landzunge zum Stehen kommt und links und rechts jeweils in einem See endet. Nur der eine der Seen hat einen Ausgang, und regelmäßig passiert es, dass die bis zu 70 Meter hohen Eiswände an der Landzunge in der Mitte den Wasserabfluss verstopfen, so das sich ein natürlicher Stausee bildet und das Wasser schon mal bis zu 23m höher angestaut wird, bevor es sich wieder einen Weg durch das Eis sucht. Entlang der Landzunge gibt es mehrere unterschiedlich schwere Wanderwege, die auf kilometerlangen Steegen an der Kante verlaufen und auf Balkonen dazwischen specktakuläre Ausblicke ermöglichen. Über hunderte Stufen geht es rauf und runter, und man hört es fortwährend aus dem Eisfeld knacken, knirschen und gelegentlich auch laut knallen, wenn wieder einmal ein größeres Stück an der Kante abbricht und der Gletscher „kalbt“.

Der „Campingplatz“ des Parks befindet sich dann auf der anderen Seeseite glatte 75km Piste entfernt, immerhin ist er im Preis mit inbegriffen --- außer Grillstellen wird aber auch nur das tolle Bergpanorama geboten. Auf dem Rückweg nach Calafate fällt uns erst ein einzelner Condor auf einem kleinem Hügel sitzend auf, und dann zählen wir plötzlich einen nach dem anderen, bis wir auf 22 Stück kommen, die über unseren Köpfen kreisen.


8. + 9. 11 Zurück in Argentinien --  zum Ausgangspunkt der Ruta 40 am Cabo Virgenes

Von Rio Gallegos am gleichnamigen Fluss aus machten wir uns auf den Weg zum Ausgangspunkt der berühmten Ruta 40 (die von dort dann 5080km in den Norden reicht ) am Cabo Virgenes, das am Ausgang der Magellanstraße zum Atlantik liegt. Auf dem Weg zum Kap besuchten wir das Wrack der bereits im Jahre 1911 gestrandeten Bark Marjorie Glenn, deren Kohleladung Feuer gefangen hatte und so das Schiff ausbrennen ließ. 1982 während des Falklandkrieges mit Großbritannien wurde das am Strand liegende Wrack dann noch einmal als Ziel für Übungen der argentinischen Luftwaffe benutzt und durchsiebt. Die Piste hatte es so in sich, dass es plötzlich laut und deutlich "Knack" machte und der Halter für unseren Ersatzreifen gebrochen war...... was uns jedoch nicht von unserem Ziel abbrachte, dem Leuchtturm am Cabo Virgenes und dem Besuch der riesigen (bis zu 400.000 Exemplare) Kolonie an Magellanpinguinen. Unterwegs liefen uns dann auch endlich unsere ersten Gürteltiere über den Weg.  


6.11. Rückweg in den Norden, kurz durch Chile und über die Magellanstraße

Der Süden Argentiniens wird durch einen kurzen Streifen Chiles entlang der Magellanstraße unterbrochen, und so müssen wir, obwohl wir für die ca. 220km incl. Fähre über die Wasserstraße uns erst einmal wieder von allen frischen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Eier, Honig, Milchprodukte) befreien, sofern wir sie nicht dem chilenischen Zoll stiften wollen. Nachdem wir die Wetterscheide in Form der Bergkette, die Feuerland in der Mitte trennt, überquert haben, frischt der Wind massiv auf, und wir fangen bei Seitenwind richtig an zu "segeln", so viel Schlagseite bekommen wir. Als ich die Tür öffnen will, bekomme ich sie erst einmal mit voller Wucht an den Kopf geknallt. Die Seitentür bekommen wir bei einer Pause gar nicht auf, da der Wind sie so fest zudrückt. Als wir abends nach der Überquerung der Magellanstrasse auf der anderen Seite ankommen, können wir glücklicherweise direkt am Punta Delgada hinter dem Leuchturmgebäude Schutz suchen, nachdem wir beim örtlichen Kommandanten um Erlaubnis gefragt haben. 


3. + 4. 11. 2018 Zur Estancia Harberton  und auf der RP-J -  weiter gen Süden geht's definitiv nicht mehr mit dem Auto

Ushuaia selbst hat nicht allzu viel an touristischen Highlights zu bieten, denn es ist eigentlich eine recht junge Stadt. Vor 30 Jahren zählte es noch weit unter 10.000 Einwohner, seitdem ist sie allerdings explosionsartig gewachsen und soll inzwischen über 70.000 Einwohner zählen. Eines der heutigen Sehenswürdigkeiten der Stadt war bestimmt, solange es in Betrieb war, für seine "Bewohner" kein Highlight ihres Lebens -- 1896 errichtete der argentinische Staat mit den ersten 14 "Schwerverbrechern" aus dem ganzen Land ein besonders abgelegenes und somit "sicheres" Gefängnis. Im Laufe der Jahre wurde es mehrmals verändert und vergrößert, bevor es 1947 dem Militär übergeben wurde. Heute zieht es nur noch die Touristen aus aller Welt an. Allerdings gibt es auch in diesem „Antarktis u. Meeresmuseum“ wieder eine unglaubliche Diskrepanz zwischen den Eintrittspreisen für Einheimische und Auswärtige: 350,- Pesos zu 600 !! Pesos (15,-€). Die meisten Besucher machen dann neben einem Besuch am Ende der R3 noch eine Schiffstour auf dem Beagle – Kanal bis zu einem kleinem unscheinbaren Leuchtturm auf einer der vielen Inseln, die zwischen dem chilenischen und argentinischen Teil Feuerlands liegen. Ein weiterer beliebter Ausflug führt viele Besucher über eine staubige Piste entlang des Beagle-Kanals gen Süden zu der  nach deutschen Maßstäben riesigen Estancia Harberton der Familie Bridges, die ab 1886 hier als erstes ihr Glück mit Viehzucht und Missionarstum versuchten. Die Nachfahren lassen sich den Besuch ihrer Farm und ihres Cafés heute gut bezahlen – nur die Campingmöglichkeiten auf dem weitläufigen Gelände, wo dann auch das ganz überwiegende Gros der Besucher nicht mehr hinkommt, da sie noch etliche Kilometer weiter südlicher ab dem Haupteingang an der immer schmaler werdenden Piste liegen. Am nächsten Morgen fahren wir die Piste dann immer weiter, und der Wald weicht langsam einer offenen und sturmgepeitschten Pampa, die dann an einem einsamen Militärposten endet. Weiter gen Süden können wir nun endgültig nicht mehr kommen mit unserem Mobil. Der Beagle-Kanal öffnet sich hier bereits zum offenen Meer und gibt den Blick auf das „Südpolarmeer“ und das Kap-Horn am Horizont frei. Wehmütig und stolz es geschafft zu haben, deponieren wir nur noch einen kleinen Stein, den uns ein Freund in Neumarkt/D. mitgegeben hatte, am Strand, bevor wir uns endgültig auf den langen Rückweg nach Hause begeben.


1./2. 11. 2018 End of Ruta 3

Die Ruta 3 ist eine der ganz großen, b.z.w. langen Straßen der Welt und trotz ihrer 3045km nicht die längste dieses riesigen Landes. Die Straße beginnt weit oben im Norden bei Buenos Aires und schlängelt sich mehr oder weniger an der Küste entlang bis nach Feuerland durch Ushuaia hindurch und noch ca. 25km am angeblich südlichsten Postamt der Welt vorbei (war noch geschlossen) in einen kleinen Nat.Park. an der chilenischen Grenze. Da wir in letzter Zeit ja ein faible für "end of the road" entwickelt haben, fahrer wir natürlich auch hierhin und machen zwei schöne Wanderungen. Die R3 wird uns bestimmt noch viiiiiele Tage gen Norden begleiten.


29.10.- 1.11. 2018 Ushuaia - Argentina - "End of the World"

GESCHAFFT !!!  Wir sind nach 14 Monaten und 55.650 km in unserem 15. Land am "Fin del Mundo" -- dem Ende der Welt und damit am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen.  Jetzt geht es in einigen Tagen wieder gen Norden auf der anderen, der argentinischen, Seite der Anden auf der Ruta 40 in den Norden in Richtung Bolivien, Paraguay, Brasilien und Uruguay.... 

In vieleicht 3-4 Monaten wollen wir dann unser treues Mobil nach weiteren "10.000km" von Montevideo wieder nach Hamburg verschiffen.


27..10. Bienvenidos a Argentina

Das chilenische Grenzgebäude taucht recht plötzlich und unspektakulär aus der Pampa aus, ganz ohne die obligatorischen riesigen Schilder und Flaggen (vermutlich weil der strenge Wind seine wahre Freude daran hätte, sie in kürzester Zeit in ganz unpatriotische Fetzen zu reißen), die Ausreise nach 9 Wochen und 7500km geht dann ungewöhnlich schnell und unbürokratisch vonstatten. Die Einreise nach Argentinien erfolgt dann erst 15km weiter (Platz hat man hier in der einsamen Pampa ja mehr als genug...) und entgegen unseren Befürchtungen interessiert man sich nicht im geringsten für unsere Lebensmittel (alle frischen Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Eier- u. Milchprodukte haben wir vorsorglich vorher aufgegessen). Anscheinend geht für die berühmten „Zitrus-Plantagen Feuerlands“ keine allzugroße Gefahr von uns im Winter aus.......